Historisches - ein Schutzgebiet mit Geschichte

Schon früh interessierten sich Naturbegeisterte für das Rheindelta. Im 19. Jahrhundert führt die Wasserhade, eine seltene Wasserpflanze, Botaniker an die Lochseen, wo sie 1847 "in einem kleinen Tümpel reinen Wassers im Moor" entdeckt wurde. Pater Bruhin, einer der ersten der sich mit einer Zusammenstellung der Flora Vorarlbergs beschäftigte, machte sich im August 1864 auf die Suche nach der Wasserhade und nahm "da er nicht ins Wasser wollte, einen Bauern mit und ritt auf seinem Rücken in den Sumpf" (Schwimmer 1937). Aber nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch die Tierwelt, vor allem die vielfältige Vogelfauna, war schon früh über die Landesgrenzen Vorarlbergs hinaus bekannt. In Georg Leonhard Hartmanns Versuch einer Beschreibung des Bodensees ist zu lesen, das am 26. Mai 1806 eine "Kropfgans" (eine Pelikan) "lahm geschossen und hernach zur Schau herumgeführt" wurde (Hartmann 1808).
Das Rheindelta war das erste Schutzgebiet Vorarlbergs. Trotzdem ist die Landschaft nicht vor Veränderungen durch Menschen verschont geblieben. Im Vergleich historische Bilder mit der aktuellen Situation wird der Landschaftswandel besonders deutlich - wir sammeln deshalb historische Fotos aus dem Rheindelta. Falls Sie alte Aufnahmen besitzen und diese zur Verfügung stellen können, würden wir uns über eine Mitteilung an office@umg.at freuen.
 
Historische Bilder
 
Geschichte des Schutzgebiets (pdf 176 kb)
 
 
Literatur:
Hartmann, G. L. (1808): Versuch einer Beschreibung des Bodensee's. 2., sehr vermehrte u. verb. Aufl., Huber und Compagnie, St. Gallen, 172 S.
Schwimmer, J. (1937): Die Wasserhade (Aldrovanda vesiculosa Monti.). Alemannia - Zeitschrift für Geschichte, Heimat und Volkskunde N.F. 3 (6-12): 211-214